Bauhaus-Rezeption in der Sowjetunion 1919-1937. Vortrag von Dr. Thomas Flierl

Mit den BAUHAUS LECTURES möchten das Bauhaus-Institut und die Hermann-Henselmann-

Stiftung Forschungsergebnisse zur Real- und Rezeptionsgeschichte des Bauhaus

vorstellen.

Bauhaus und sowjetische Avantgarde sind gleichermaßen Phänomene eines internationalen Aufbruchs der Moderne. Am Beginn ihrer Beziehung stand nach dem Ersten Weltkrieg und den Revolutionen in Russland und Deutschland die Sehnsucht nach Verbrüderung und Kooperation, nach der Schaffung einer «Internationalen Front der modernen Architektur». Diese  Resonanz hatte ihren Höhepunkt 1928. Ab 1929 erfolgte der Bruch durch Stalin und dessen  Umdeutung des Bauhaus als Ausdruck des Monokapitalismus, dem eine «proletarische Architektur» entgegenzustellen sei.

Zur Vortragsreihe:

Das Bauhaus war in Thüringen stets umkämpft. Die Einbettung des neuen Weimarer Bauhaus-Museums am ehemaligen »Gauforum« in das Projekt »Topographie der Moderne« trägt dem Anspruch Rechnung, das Bauhaus nicht auf einen stylischen Markenartikel »Made in Germany« zu reduzieren und massenkultur-touristisch zu musealisieren. Vielmehr gilt es, das Bauhaus in seiner Vielfalt und Ambivalenz sowie in seiner gesellschaftlichen Verortung zu erfassen und in diesem Sinne die es tragende Frage »Wo wollen wir leben?« stets neu zu stellen und zu beantworten. 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Bauhaus Lectures« finden bis Juni 2019 neun weitere Vorträge in Weimar und Berlin statt, sowie eine Exkursion nach Bernau. Die Vortragsreihe wird veranstaltet durch das Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung an der Bauhaus-Universität Weimar und die Hermann-Henselmann-Stiftung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. 

Zum Gesamtprogramm der Vortragsreihe