Stummfilmfestival: Die Spinnen 1. Teil: Der goldene See (D, 1919)

Karten: 10 € / ermäßigt 7 €, Dauer: 70 min | Inhalt: Fritz Langs erster überlieferter Spielfilm ist eine Hommage an die Abenteuergeschichten aus der Zeit seiner Jugend: Die populären Schriften von Karl May (von denen Lang ein leidenschaftlicher Bewunderer war), Arthur Conan Doyle, Jules Verne, Rider Haggard und Wilkie Collins.

Der sportliche amerikanische Dandy Kay Hoog (Carl de Vogt), häufig als Indiana Jones-Prototyp erachtet, erfährt durch eine Flaschenpost von einem sagenumwobenen Inkaschatz, doch auch der weltumspannende Geheimbund »Die Spinnen« ist hinter dem Gold her. In Langs Abenteuervision verschmelzen die exotischen Schauplätze der Inkazeit mit den Errungenschaften der Moderne, Okkultismus trifft auf Wissenschaft, Mystik auf Rationalität. Übrigens begann in Weimar die Leinwandkarriere von Lil Dagover, die bereits 1913 ihren ersten Film mit dem Filmpionier und Inhaber der Reform Licht-Spiele Louis Held drehte.

Der goldene See erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt fünf Vorführungen in Scherffs Lichtspielhaus (23.12. – 25.12.1919).

Schock der Freiheit
Mit der Gründung der Weimarer Republik beginnt auch für das Weimarer Kino das goldene Zeitalter des deutschen Films. Nach der Kaiserherrschaft und den Schrecken des Ersten Weltkriegs spiegelt sich der plötzliche »Schock der Freiheit« (Siegfried Kracauer) in den eskapistischen Lustspielen, glamourösen Spektakeln und düsteren Leinwandfantasien des Films. Anhand der rekonstruierten Spielpläne der lokalen Kinos »Scherffs Lichtspielhaus« und »Reform Licht-Spiele« zeigen das Lichthaus Kino, die Bauhaus-Universität Weimar, das Kunstfest Weimar und das Weimarer Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit international renommierten Musiker*innen und Gästen eine Stummfilm-Retrospektive mit seltenen Werken, die sich vor genau 100 Jahren als Publikumsmagneten erwiesen und an das filmische Kulturerbe aus der Perspektive der Stadt Weimar erinnern. Historische Wochenschauen ergänzen die Hauptfilme.

Weitere Stummfilme mit Live-Musik in der Retrospektive »Schock der Freiheit«:

26.8., 19:45
Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell (D, 1919) & Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme (D, 1918)

27.8., 19:45
Pax Æterna. Der ewige Frieden (DK, 1917)

28.8., 19:45
Rose Bernd (D, 1919)

31.8., 15:00
Im deutschen Sudan (D, 1917)

1.9., 15:00
Der Rattenfänger von Hameln (D, 1918) u.a. Kurzfilme

1.9., 19:45
Der grüne Vampyr (D, 1918/19) & Die Austernprinzessin (D, 1919)

3.9., 19:45
Veritas Vincit. Die Wahrheit siegt! (D, 1918/19)

4.9., 19:45
Opium (D, 1918)

Stephen Horne
Stephen Horne gilt als einer der führenden internationalen Stummfilm-Begleiter*innen. Er ist seit über 30 Jahren Hauspianist im »Londoner BFI Southbank«, spielt auf den wichtigsten internationalen Festivals und nahm Musik für viele DVD-Veröffentlichungen von Stummfilmen auf. Als Pianist bezieht er oft andere Instrumente in seine Performances mit ein.

www.stephenhorne.co.uk

 

Credits

Regie + Drehbuch: Fritz Lang
Darstellerinnen und Darsteller: Carl de Vogt, Ressel Orla, Lil Dagover
Live-Musik: Stephen Horne

Stummfilmfestival - Schock der Freiheit

Idee + Konzept: Dr. Simon Frisch, Gerrit Heber, Katrin Richter, Bauhaus-Universität Weimar / Sven Opel + Dirk Heinje, Lichthaus GmbH / Dr. Jens Riederer, Stadtarchiv Weimar / Richard Siedhoff

Förderung: Thüringer Staatskanzlei, Sparkassenstiftung Weimar - Weimarer Land, Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Stadt Weimar, Bauhaus100-Fonds der Bauhaus-Universität Weimar, Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar, Weimarer Republik e.V. 

Eine Veranstaltungsreihe von Lichthaus Kino, Bauhaus-Universität Weimar, Stadtarchiv Weimar und Kunstfest Weimar