Stummfilmfestival: Im deutschen Sudan (D, 1917)

Karten: 10 € / ermäßigt 7 €, Dauer: 76 min | Inhalt: Der Afrikaforscher Hans Schomburgk gehört zu den ersten Forschungsreisenden, die in der ehemaligen deutschen Kolonie Togo ethnographische Aufnahmen anfertigten und somit die Tradition der Expeditions- und Kolonialfilme mitbegründeten. ...

Schon früh befürchtete Schomburgk, dass die alten Sitten und Gebräuche, Handwerke und Künste der Kotokoli »dem Untergang geweiht wurden« und so versuchte er, diese durch den Film für die Nachwelt zu retten. Auf seiner Tournee durch die Republik machte er im Februar 1919 auch in Weimar halt und sprach persönlich zu seinem dokumentarischen Material. Nur wenige dieser Filmberichte aus den deutschen Kolonien in Afrika sind bis heute erhalten geblieben.

Im deutschen Sudan erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt sieben Vorführungen in Scherffs Lichtspielhaus (25.02. – 27.02.1919).

Schock der Freiheit
Mit der Gründung der Weimarer Republik beginnt auch für das Weimarer Kino das goldene Zeitalter des deutschen Films. Nach der Kaiserherrschaft und den Schrecken des Ersten Weltkriegs spiegelt sich der plötzliche »Schock der Freiheit« (Siegfried Kracauer) in den eskapistischen Lustspielen, glamourösen Spektakeln und düsteren Leinwandfantasien des Films. Anhand der rekonstruierten Spielpläne der lokalen Kinos »Scherffs Lichtspielhaus« und »Reform Licht-Spiele« zeigen das Lichthaus Kino, die Bauhaus-Universität Weimar, das Kunstfest Weimar und das Weimarer Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit international renommierten Musiker*innen und Gästen eine Stummfilm-Retrospektive mit seltenen Werken, die sich vor genau 100 Jahren als Publikumsmagneten erwiesen und an das filmische Kulturerbe aus der Perspektive der Stadt Weimar erinnern. Historische Wochenschauen ergänzen die Hauptfilme.

Weitere Stummfilme mit Live-Musik in der Retrospektive »Schock der Freiheit«:

26.8., 19:45
Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell (D, 1919) & Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme (D, 1918)

27.8., 19:45
Pax Æterna. Der ewige Frieden (DK, 1917)

28.8., 19:45
Rose Bernd (D, 1919)

1.9., 15:00
Der Rattenfänger von Hameln (D, 1918) u.a. Kurzfilme

1.9., 19:45
Der grüne Vampyr (D, 1918/19) & Die Austernprinzessin (D, 1919)

3.9., 19:45
Veritas Vincit. Die Wahrheit siegt! (D, 1918/19)

4.9., 19:45
Opium (D, 1918)

5.9., 19:45
Die Spinnen 1. Teil: Der goldene See (D, 1919)

Matthias Hirth
Der studierte Jazz-Pianist, Komponist und Musikpädagoge Matthias Hirth aus Dresden begleitet seit 2002 Stummfilme. Sein musikalisch vielseitiges Repertoire reicht von Jazz über elektronische Musik, Neoklassik bis Salsa und Latin. International gastierte er u.a. beim Festival de Cine Alemán in Madrid.

www.matthiashirth.com

 

Credits

Regie + Produktion: Hans Schomburgk 
Live-Musik: Matthias Hirth

Stummfilmfestival - Schock der Freiheit

Idee + Konzept: Dr. Simon Frisch, Gerrit Heber, Katrin Richter, Bauhaus-Universität Weimar / Sven Opel + Dirk Heinje, Lichthaus GmbH / Dr. Jens Riederer, Stadtarchiv Weimar / Richard Siedhoff

Förderung: Thüringer Staatskanzlei, Sparkassenstiftung Weimar - Weimarer Land, Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Stadt Weimar, Bauhaus100-Fonds der Bauhaus-Universität Weimar, Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar, Weimarer Republik e.V. 

Eine Veranstaltungsreihe von Lichthaus Kino, Bauhaus-Universität Weimar, Stadtarchiv Weimar und Kunstfest Weimar