Stummfilm­festival: Rose Bernd (D, 1919)

Karten: 10 € / ermäßigt 7 €, Dauer: 84 min | Inhalt: In der Adaption des Dramas von Gerhart Hauptmann spielt Henny Porten, der erste deutsche Filmstar, die verzweifelte Kindsmörderin Rose Bernd. Als Hauptmann der Verfilmung zustimmte, fegte ein Sturm der Entrüstung durch die Presse, doch das Publikum bejubelte die Schauspielerin. ...

In ihren Erinnerungen schreibt sie: »Als der Film sich seinem Ende näherte, da wußte ich schon, ich habe diese Schlacht gewonnen. Und als der letzte Akt zu Ende war, als die Rose ihr Kind erwürgt hat und dann verhaftet wird, da war erst eine Totenstille. Dann brach ein Applaus los, wie ich ihn wirklich selten erlebt hatte.« In Weimar erregte ein ähnlicher Fall im Jahr 1783 öffentliches Aufsehen, als Johanna Catharina Höhn wegen der Tötung ihres neugeborenen Kindes hingerichtet wurde. Maßgeblich beteiligt am Todesurteil war als Mitglied des Beratungsgremiums J. W. von Goethe.

Rose Bernd erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt 21 Vorführungen in den Reform Licht-Spielen (21.11. – 27.11.1919).

Schock der Freiheit

Mit der Gründung der Weimarer Republik beginnt auch für das Weimarer Kino das goldene Zeitalter des deutschen Films. Nach der Kaiserherrschaft und den Schrecken des Ersten Weltkriegs spiegelt sich der plötzliche »Schock der Freiheit« (Siegfried Kracauer) in den eskapistischen Lustspielen, glamourösen Spektakeln und düsteren Leinwandfantasien des Films. Anhand der rekonstruierten Spielpläne der lokalen Kinos »Scherffs Lichtspielhaus« und »Reform Licht-Spiele« zeigen das Lichthaus Kino, die Bauhaus-Universität Weimar, das Kunstfest Weimar und das Weimarer Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit international renommierten Musiker*innen und Gästen eine Stummfilm-Retrospektive mit seltenen Werken, die sich vor genau 100 Jahren als Publikumsmagneten erwiesen und an das filmische Kulturerbe aus der Perspektive der Stadt Weimar erinnern. Historische Wochenschauen ergänzen die Hauptfilme.

Weitere Stummfilme mit Live-Musik in der Retrospektive »Schock der Freiheit«:

26.8., 19:45
Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell (D, 1919) & Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme (D, 1918)

27.8., 19:45
Pax Æterna. Der ewige Frieden (DK, 1917)

31.8., 15:00
Im deutschen Sudan (D, 1917)

1.9., 15:00
Der Rattenfänger von Hameln (D, 1918) u.a. Kurzfilme

1.9., 19:45
Der grüne Vampyr (D, 1918/19) & Die Austernprinzessin (D, 1919)

3.9., 19:45
Veritas Vincit. Die Wahrheit siegt! (D, 1918/19)

4.9., 19:45
Opium (D, 1918)

5.9., 19:45
Die Spinnen 1. Teil: Der goldene See (D, 1919)

Wolf-Günter Leidel

 

Credits

Regie + Drehbuch: Alfred Halm
Darstellerinnen und Darsteller: Henny Porten, Alexander Wirth, Emil Jannings
Live-Musik: Günter A. Buchwald

Stummfilmfestival - Schock der Freiheit

Idee + Konzept: Dr. Simon Frisch, Gerrit Heber, Katrin Richter, Bauhaus-Universität Weimar / Sven Opel + Dirk Heinje, Lichthaus GmbH / Dr. Jens Riederer, Stadtarchiv Weimar / Richard Siedhoff

Förderung: Thüringer Staatskanzlei, Sparkassenstiftung Weimar - Weimarer Land, Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Stadt Weimar, Bauhaus100-Fonds der Bauhaus-Universität Weimar, Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar, Weimarer Republik e.V. 

Eine Veranstaltungsreihe von Lichthaus Kino, Bauhaus-Universität Weimar, Stadtarchiv Weimar und Kunstfest Weimar