Programm der Bauhaus-Universität Weimar zu »100 Jahre Bauhaus«

Für das Bauhaus-Jubiläum hat die Universität ein umfangreiches Programm aufgelegt, das im Wintersemester 2018/2019 startete und welches ihren Gästen bis Anfang 2020 zahlreiche Ausstellungen, Vortragsreihen, Konferenzen und Publikationen bot.

»Die Bauhaus-Universität Weimar ist sich ihrer Tradition bewusst, aber sie verharrt nicht darin. Sie definiert sich durch ihre Zeitgenossenschaft und folgt darin dem historischen Bauhaus von 1919. Das Bauhaus-Jubiläum bietet uns die Chance und den Anstoß, sich über aktuelle Herausforderungen und künftige Aufgaben zu verständigen, neue Projekte und Studienangebote zu entwerfen und die Bauhaus-Universität Weimar weiterzuentwickeln«, unterstrich Universitätspräsident Prof. Dr. Winfried Speitkamp.

Das Jubiläumsprogramm 2019

Im Rahmen des Bauhaus-Jubiläumsprogramms hatten Gäste die Möglichkeit, die Bauhaus-Universität Weimar auf vielfältige Weise kennenzulernen. Zahlreiche Lehrende, Studierende und Alumni beteiligten sich an der Programmgestaltung und organisierten Ausstellungen, Tagungen, Vortragsreihen, sie veranstalteten Konzerte, Feste und vieles andere mehr. Für die Bauhaus100-Projekte hatte die Universität einen Fonds ausgelobt, dessen geförderte Projekte über das Jahr 2019 hinweg stattfanden und universitäre Kunst- und Forschungsfelder vermittelten und zugänglich machten. Einen Überblick geben diese Website unter »Projekte« sowie die Jubiläumsbroschüre, die per E-Mail unter bauhaus100@uni-weimar.de kostenfrei bestellt werden kann.

Interdiziplinäres, experimentelles Studieren im Bauhaus.Semester

Auftakt und Kern der Jubiläumsaktivitäten bildete das Bauhaus.Semester, welches für das Wintersemester 2018/2019 initiiert wurde. Lehrende und Studierende der vier Fakultäten Architektur und Urbanistik, Bauingenieurwesen, Kunst und Gestaltung sowie Medien hatten eigens für das Semester neue fächerübergreifende Lehrformate geschaffen, in denen sie – wie das Bauhaus vor 100 Jahren – Grenzen zwischen den Disziplinen überwanden und frei experimentierten. In die über 100 Projekte und Lehrveranstaltungen brachten die Beteiligten ihre spezifischen Arbeitsweisen, Methoden und Perspektiven ein, um neue Lösungsansätze für aktuelle Fragestellungen zu finden. Eröffnet wurde das Bauhaus.Semester am Abend des 17. Oktober 2018 mit einem großen Fest und mit einem Umzug, bei dem die Bauhaus.Karawanen in Form einer choreografierten Performance auftraten. Die Karawanen, die schon ab dem Nachmittag zu einem Rundgang durch Weimar einluden, waren im Herbst 2018 während der ersten beiden Semesterwochen in einem interdisziplinären Einführungskurs erarbeitet worden.

UN-Klimadiplomatin erste Bauhaus-Gastprofessorin

Im Bauhaus.Semester wurde erstmals die Bauhaus-Gastprofessur vergeben, für welche die Bauhaus-Universität Weimar die mexikanische Diplomatin Patricia Espinosa gewinnen konnte. Als Generalsekretärin des Sekretariats für die UN-Klimarahmenkonvention steht sie für den Geist des Bauhauses: drängende Zukunftsfragen aufgreifen und nach kreativen, auch unerwarteten Antworten suchen. Espinosa, langjährige Außenministerin ihres Landes und ehemalige Botschafterin Mexikos in Deutschland, verstand die Gastprofessur als Mittel, für die Herausforderungen des Klimawandels auch in der akademischen Welt zu sensibilisieren. Die Gastprofessorin brachte ihre Expertise in Workshops und Podiumsdiskussionen zum Themenkreis Ressourcen-Klima-Nachhaltigkeit ein. Künftig wird die Bauhaus-Gastprofessur einmal im Jahr für ein Semester vergeben.

Ausstellungsprojekte
In zahlreichen Ausstellungen konnten Besucherinnen und Besucher sich ein Bild über künstlerische und forschungsrelevante Arbeiten der Universität machen. So eröffnete bereits im Oktober 2018 der erste Teil der Ausstellung »Radiophonic Spaces« im Museum Tinguely in Basel und kurz darauf der zweite Teil in Berlin im Haus der Kulturen der Welt. Im Juli 2019 war die Ausstellung zur Geschichte der Radiokunst in der Weimarer Universitätsbibliothek an ihrem dritten Standort zu erleben. 

Weiterhin gestalteten verschiedene Alumni-Initiativen wie die »Galerie Eigenheim Weimar/Berlin« oder das »Bauhaus Studio 100« Ausstellungen, in denen sie das künstlerische und das Design-Schaffen an der Bauhaus-Universität Weimar präsentierten und unter anderem am Berliner Standort der Galerie Eigenheim einem großen Publikum zugänglich machten. Weiterhin bereicherten – neben vielen weiteren – die Ausstellung »Matter of Data – Auf den Spuren der ›Bauhaus-Moderne‹« im neuen Bauhaus-Museum und »Imaginary Bauhaus-Museum« in Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar das Programm.

Informieren im Bauhaus-Foyer

Im Entrée des Hauptgebäudes gibt es eine zentrale Anlaufstelle für Besucherinnen und Besucher. Hier kann man sich über Veranstaltungen und Angebote der Universität informieren und auch Tipps zum Besuch der Bauhaus-Gründungsstätten erhalten. Zudem ist das Bauhaus.Atelier im Hof des Hauptgebäudes täglich geöffnet. In dem ehemaligen Tiermaleratelier befindet sich ein Café; ebenso ist hier der Shop der Universität untergebracht, in dem Design- und Kunstbücher sowie Souvenirs erhältlich sind.

Bauhaus-Spaziergang
Die Bauhaus-Spaziergänge sind geführte Rundgänge durch das Gebäudeensemble der Universität, welches 1904 bis 1911 von Henry van de Velde erbaut wurde und seit 1996 zum UNESCO-Welterbe gehört. Bei den von Studierenden geleiteten Spaziergängen werden unter anderem das Direktorenzimmer von Walter Gropius sowie Wandreliefs und Wandmalereien von Oskar Schlemmer und Herbert Bayer besichtigt. Zeiten, Preise und Reservierungsmöglichkeiten finden Interessierte auf der Website 
www.uni-weimar.de/bauhausspaziergang.

Audio-Walk
Gästen, die einen selbstständigen Rundgang durch die Bauhaus-Geschichte in Weimar unternehmen möchten, steht ein Audio-Walk zur Verfügung. Etwa ein Dutzend Stationen sind darin in radiokünstlerischer Form sinnlich zu erleben. Die Hörstücke umfassen Fakten, Interviews, Geschichten, Musik und Geräusche. Erdacht und umgesetzt wurde der Walk an den Professuren Experimentelles Radio sowie Denkmalpflege und Baugeschichte.

Illustrierter Stadtplan
Drei illustrierte Stadtpläne führen auf in drei individuellen Routen entlang sehenswerter Stationen des Bauhauses. Die ausgewählten Orte erzählen vom Weimar der 1920er Jahre, öffnen aber auch den Blick für den heutigen Stadtraum. Die Karten entstanden in einem interdisziplinären Projekt des Studiengangs Medienwissenschaft.

Bauhaus.Podcast 
Wer die Bauhaus-Universität Weimar nicht besuchen kann, aber dennoch auf dem Laufenden bleiben möchte, kann dem Bauhaus.Podcast folgen. In den Beiträgen erhalten Hörerinnen und Hörer einen verständlichen und kurzweiligen Einblick in die Universität im Jubiläumsjahr. Abzurufen sind die Folgen unter bauhaus100.uni-weimar.de/podcast

Jubiläumspublikation
Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums hat die Universität die wissenschaftliche Schrift »Idee Inhalt Form – Beiträge zur Gestaltung der Gegenwart« herausgegeben. In dem Buch erläutern Professorinnen und Professoren, Mitarbeitende und Alumni in 40 Essays ihre Gedanken zu aktuellen Forschungsthemen an der Bauhaus-Universität Weimar und darin erkennbaren Bauhaus-Bezügen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie heute das Verhältnis zwischen Mensch, Umwelt, Natur und Technik gestaltet werden kann, um eine lebenswerte Umwelt und ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und den Zusammenhalt der Gesellschaft zu sichern. Hier erfahren Sie mehr darüber: www.uni-weimar.de/idee-inhalt-form

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