Bauhaus. Reform der Lebenswelt und gesamtgesellschaftliche Rationalisierung. Vortrag von Prof. Max Welch Guerra

Mit den BAUHAUS LECTURES möchten das Bauhaus-Institut und die Hermann-Henselmann-

Stiftung Forschungsergebnisse zur Real- und Rezeptionsgeschichte des Bauhaus

vorstellen.

Vor lauter Begeisterung über den Jubilar entsteht zuweilen der Eindruck, das historische  Bauhaus sei das einzigartige Werk genialer Architekten gewesen. Der Vortrag verweist an einen gesellschafspolitischen Erklärungszusammenhang für die Gründung der Gestaltungs-schule 1919 sowie für ihre Nachwirkungen: den kräftigen Rationalisierungsschub der gesamt-gesellschaftlichen Reproduktion, der in Deutschland einen seiner Hauptschauplätzte erlebte. Ein solcher Ansatz regt an, die Perspektiven heutiger Gestaltung der Lebenswelt ebenfalls in einem gesellschaftspolitischen Kontext zu diskutieren.

Zur Vortragsreihe:

Das Bauhaus war in Thüringen stets umkämpft. Die Einbettung des neuen Weimarer Bauhaus-Museums am ehemaligen »Gauforum« in das Projekt »Topographie der Moderne« trägt dem Anspruch Rechnung, das Bauhaus nicht auf einen stylischen Markenartikel »Made in Germany« zu reduzieren und massenkultur-touristisch zu musealisieren. Vielmehr gilt es, das Bauhaus in seiner Vielfalt und Ambivalenz sowie in seiner gesellschaftlichen Verortung zu erfassen und in diesem Sinne die es tragende Frage »Wo wollen wir leben?« stets neu zu stellen und zu beantworten. 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Bauhaus Lectures« finden bis Juni 2019 insgesamt zehn Vorträge in Weimar und Berlin statt, sowie eine Exkursion nach Bernau. 

Die Vortragsreihe wird veranstaltet durch das Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung an der Bauhaus-Universität Weimar und die Hermann-Henselmann-Stiftung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. 

Zum Gesamtprogramm der Vortragsreihe