IMAGINARY BAUHAUS MUSEUM – Internationale Kunststudierende präsentieren imaginierte Bauhaussammlung

Internationale Studierende und Lehrende erkunden vom 3. April bis 2. Juni 2019 im Schiller-Museum und in Weimars Stadtraum utopische Möglichkeiten einer Bauhaussammlung der Zukunft. Im Gegensatz zum neuen Bauhaus-Museum, das das Bauhaus und seine Ideen anhand verschiedener Themenblöcke und Sammlungsschwerpunkte, darunter als wichtigstem die historische Bauhaus-Sammlung 1925 präsentiert, möchte das Ausstellungsprojekt in Performances und Installationen den Blick in die Zukunft richten. Die Themen Migration, soziale Utopie und Ökonomie fanden sich schon in den Werken der ursprünglichen Bauhäusler. Auch in der Gegenwart sind diese Sujets hochaktuell und sollen gemeinsam mit den Gästen der Ausstellung und in Begleitveranstaltungen verhandelt werden.

IMAGINARY BAUHAUS MUSEUM findet in Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar statt und wird gefördert von der Thüringer Staatskanzlei und dem Kreativfonds der Bauhaus-Universität Weimar.
IMAGINARY BAUHAUS MUSEUM findet in Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar statt und wird gefördert von der Thüringer Staatskanzlei und dem Kreativfonds der Bauhaus-Universität Weimar.

Den Impuls des Forschens und Experimentierens greifen heute Studierende, Alumni und Lehrende des internationalen Studiengangs auf, um zu erproben, wie sich die utopischen Potenziale des Bauhauses für eine Museumssammlung der Zukunft aktivieren lassen. Die Internationalität der Künstlerinnen und Künstler mit ihren jeweiligen Biografien und kulturellen Hintergründen eröffnet dabei verschiedene Sicht- und Handlungsweisen.

So bringt Cansu Naz Tekir aus der Türkei in ihrer Performance »Weimar in Weimar« eine eins-zu-eins-Kopie eines Gebäudefassadenelements aus dem Plattenbaugebiet Weimar-Nord an unterschiedlichen Fassaden historischer Gebäude in der Innenstadt an. Durch das Bewegen des Fassadenelements in der Stadt möchte die Künstlerin die buchstäblichen und metaphorischen Grenzen der Stadt in Frage stellen.

Minhee Ahn aus Südkorea hat während ihrer Recherchen eine interessante Entdeckung gemacht: das Stadtbild der nordkoreanischen Stadt Hamhūng wurde maßgeblich vom Bauhaus-Architekten Konrad Püschel geprägt, der von 1955 bis 1958 zeitweise Leiter der Stadtplanungsabteilung, und damit für den Wiederaufbau in der Nachkriegszeit verantwortlich war. Vor dem Hintergrund der Bauhaus-Verbindung zwischen den Städten Weimar und Hamhŭng präsentiert die Künstlerin eine fiktive Reiseagentur. Mit Führungen, Tanz- und Essensveranstaltungen im Museum und im öffentlichen Raum inszeniert Minhee Ahn eine Kampagne für eine Städtepartnerschaft, die aufgrund der Abschottung Nordkoreas aber von vornherein ad absurdum geführt ist.

In der zusätzlichen Vortragsserie MIND PALACES, die ab dem 9. April immer dienstags von 16 bis 18 Uhr im neueröffneten Bauhaus-Museum sowie im Schiller-Museum stattfindet, werden performative Formate der jungen internationalen Studierenden des Studiengangs und Diskussionen mit eingeladenen Gästen zu erleben sein.

Dabei gehen sie aktuellen Konflikten, Paradoxen und Widersprüchen einer komplexen Gesellschaft nach – ein Versuch, gemeinsam mit dem Publikum im Bauhaus angelegte Werte und Utopien für die Gegenwart zu aktivieren. Moderiert wird die Veranstaltungsreihe unter anderem von Kulturwissenschaftler Dr. Boris Buden.

IMAGINARY BAUHAUS MUSEUM hat bereits 2015 als Langzeitprojekt begonnen und wird über das Jubiläumsjahr hinaus eine Fortsetzung finden.

 

Eröffnung:
Mittwoch, 3. April 2019, 18 – 22 Uhr

Dauer:
3. April bis 2. Juni 2019

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 9.30 – 18 Uhr
(montags geschlossen)

Programm Eröffnung:
› Begrüßung: Prof. Dr. Wolfgang Holler, Klassik Stiftung Weimar
› Begrüßung: Prof. Dr. Winfried Speitkamp, Präsident der Bauhaus-Universität Weimar
› Einführung: Prof. Danica Dakić, Bauhaus-Universität Weimar
› Performance »Reading Manifesto«, mit Studierenden des Masterstudiengangs »Public Art And New Artistic Strategies« unter der Leitung von Dr. Sabine Folie
› Performance von Popstar Grrropius
› Performance von Antonije Burić WITH OTHERS' HANDS vor dem Schiller-Museum

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:
Minhee Ahn, Moawya Al Khadra, Elham Asadpour, Nathalia Azuero, Denise Rosero Bermúdez, Vanessa Brazeau, Vincent Brière, Nine Budde, Nicolas Buenaventura, Miguel Buenrostro, Antonije Burić, Suelen Calonga, María Constanza Carvajal, Ahram Chae, Vienne Chan, Julieta Ortiz de Latierro, Egemen Demirci, Lucía Diegó, Runze Feng, Adhika Ferdinand, Sophie Foster, Kathryn Gohmert, Pia Grüter, Devadeep Gupta, Katherin Gutiérrez, Anke Hannemann, Lucero Hernández, Sam Hopkins, Kavachi, Nikola Kekerović, Iva Kirova, Stefan Klein, Denise Lee, Asha Lester, Stefan Lesueur, Sujin Lim, Vasili Macharadze, María Paula Maldonado, Atsuko Mochida, Maayan Miriam Mozes, Hannes Neubauer, Matheus Opa, Mila Panic, Eleftheria Panousi, Yael Peri, Saman Pourisa, Iskin Yagmur Ruzgar, Paloma Sanchez-Palencia, Claire Seringhaus, Lena Skrabs, Nora Spiekermann, Natsumi Sugiyama, Saša Tatić, Edoardo Tedde, Cansu Naz Tekir, Daniel Theiler, Michael Usling, Farzane Vaziritabar, Ginna Alejandra Vélez Carrasco, Claire Waffel, Isaac Chong Wai, Maria Walcher, Ina Weise, Jakob Wirth, Sze Ting Joephy Wong

Weitere Informationen und Hinweise zu den Veranstaltungen sowie den Vorträgen der MIND PALACES finden Sie unter: www.imaginarybauhaus.com

IMAGINARY BAUHAUS MUSEUM ist eine Ausstellungsreihe der künstlerischen Forschung des internationalen Masterstudiengangs »Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien« der Fakultät Kunst und Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar unter der Leitung von Professorin Danica Dakić, Anke Hannemann, Ina Weise, Jirka Reichmann (Koordination) in Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar. Gefördert wird das Projekt von der Thüringer Staatskanzlei und dem Kreativfonds der Bauhaus-Universität Weimar.